Die eigene Stimme entdecken

Sarah Buchdrucker mit Chorkindern
Bildrechte Norbert Ehrensperger

Seit 2022 bietet Sarah Buchdrucker in der Heilig-Geist-Gemeinde eine Singschule für Kinder an, die jeden Donnerstag probt. Ute Baumann sprach mit ihr über das Singen und ihre Arbeit.

Welche Bedeutung hat gemeinsames Singen für die kindliche Entwicklung?
„Singen ist die ursprünglichste Form des Musizierens, eigentlich die älteste Form der Kommunikation überhaupt. Wenn Menschen gemeinsam singen, geraten sie miteinander in Schwingung. Im Chor zu singen verbindet, es schafft Gemeinschaft. Man atmet gemeinsam, man klingt gemeinsam. Ein großes Ganzes und gleichzeitig ist jede einzelne Stimme wichtig.“

Singschule, das klingt nach einem klaren Konzept. Was kann man da lernen?
„Die Chorkinder lernen, ihre Stimme bewusst (und selbstbewusst) einzusetzen, alle Höhen und Tiefen der Stimme zu nutzen. Sie entwickeln stimmliche und körperliche Präsenz, denn auch Haltung gehört zum Singen. Sie lernen, gut zu artikulieren und erfassen Sprache singend. Die Kinder erleben im Chor: „Du bist wichtig! Ich zähl auf dich!“ - also Wertschätzung und Verbindlichkeit.“

Gibt es bei den Proben auch was zu lachen?
„Aber natürlich. Das Erlernen der Lieder erfolgt spielerisch, mit Geschichten, Spielen, Bewegung. Es ist eher ein Erleben als ein Erlernen. Und gelacht wird viel bei uns in der Probe. Außerdem gibt es für jede Altersgruppe den passenden Rahmen, von den Kita-Kindern bis zum Pop-Ensemble für die Großen. Ich freue mich über jedes Kind, das neu bei uns einsteigt.“

Was tut die Gemeindestiftung für die Singschule? 
„Nur durch die finanzielle Unterstützung der Gemeindestiftung kann die Singschule ein kostenloses Bildungsangebot für alle Kinder sein. Es wäre schön, wenn das so bleibt. Denn die Familien tragen schon viel in unserer Gesellschaft. Es ist eine Investition in die Zukunft, wenn Kinder Kultur und christlichen Glauben erleben und bei den Aufführungen selbst ein Teil des kulturellen Lebens sein können.“