Lass dich nicht gefangen nehmen - Andacht Juni

Denkt an die Gefangenen, als wäret ihr mitgefangen; denkt an die Misshandelten, denn auch ihr lebt noch in eurem irdischen Leib.

Hebräer 13,3

„Die Zeiten des Grauens, der Zerstörung und des Sterbens, in denen ihr aufwachst, führen den Menschen die Vergänglichkeit alles Irdischen vor Augen. Denn alle Herrlichkeit des Menschen ist wie des Grases Blume. Unter diesem Erlebnis führen wir unser Leben im Bewusstsein seiner Vergänglichkeit.” So schreibt Klaus Bonhoeffer, der Bruder von Dietrich, an seine Kinder, kurz bevor er hingerichtet wird. 
Es folgen Trostworte mit dem, was wirklich wichtig ist: Freundschaft, Bildung, Verantwortungsbewusstsein, Liebe und Vertrauen – und nicht zuletzt die Liebe zur Natur.  Kinder, es lohnt sich, für das einzustehen, was man aus der Bibel gelernt hat. Das zu leben, was man selbst als wichtig erachtet. “Hier beginnt aber alle Weisheit und Frömmigkeit, die sich vom Vergänglichen dem Ewigen zuwendet. Das ist der Segen dieser Zeit.” Die Welt kann mir nicht egal sein. 
 

Ob Klaus Bonhoeffer, Hebräerbrief oder unsere Zeit heute: Es gilt, seinen Glauben zu leben, sich einzusetzen für das was zählt. Für uns besteht keine Gefahr, für unseren Glauben gefangen genommen zu werden. Höchstens sperren wir uns selbst ein, weil wir uns von der Sicht anderer abhängig machen. Seinen Glauben offen leben? Offen dafür eintreten, was man aus der Bibel gelernt hat? Bitte unbedingt, gerade heute, gerade jetzt! Wenden wir uns dem Ewigen zu! Lassen wir die Hoffnung nicht untergehen! Denn dann wären wir wirklich gefangen. Dabei sind wir doch frei. Was für ein Segen!

Norbert Ehrensperger, Pfr.