Frieden ist Zukunft - Andacht November

Der HERR wird Recht schaffen zwischen den Nationen und viele Völker zurechtweisen. Dann werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen umschmieden und ihre Lanzen zu Winzermessern. Sie erheben nicht das Schwert, Nation gegen Nation, und sie erlernen nicht mehr den Krieg. Jesaja 2,4 

November. Der Dunkelmonat, Martinszug und ersten Adventskerzen zum Trotz. Schwergewichtige Gedenktage. 1./2.11. Allerheiligen und Allerseelen. 9.11. der “Schicksalstag der Deutschen” (1918 Novemberrevolution am Ende des Ersten Weltkrieges, 1923 Hitlerputsch, 1938 Reichspogromnacht, 1989 Mauerfall). Buß- & Bettag. Volkstrauertag. Toten- bzw. Ewigkeitssonntag. Kurze Tage, lange Nächte.
Mittendrin: Die ökumenische Friedensdekade, die uns erinnert, gemahnt, aufruft, dieses alte Bibelwort aus dem Propheten Jesaja nicht zu vergessen, die Hoffnung auf die Liebeskraft Gottes und die versöhnende Energie des Heiligen Geistes nicht endgültig fallen zu lassen. Was naheliegen könnte angesichts einer verworrenen Weltlage, da Krieg und Gewalt wieder die probaten Mittel der Wahl zu sein scheinen.
Wer sich heute öffentlich zum Thema Frieden äußert, wagt einen Seiltanz. Die Gefahr, einseitig der Partei der böswilligen Kriegstreiber oder der der naiven Pazifisten zugeordnet zu werden, lauert hinter jeder Ecke. Also zur Sache schweigen?
Nach biblischer Überzeugung ist Gott Liebe. Punkt. Und darum bedeutet Frieden Zukunft. Frieden als die gemeinschaftliche Anstrengung, mit gebündelter Willenskraft unterschiedliche Meinungen und Gegensätze auszuhalten und ein Stück weit auf den eigenen Anspruch zu verzichten. Liebe üben also.
Wir müssten es demnach so machen, wie Gott in Jesus Christus, den wir dann ab Ende November im Advent feiern. Damit Friede werde. 

Pfarrer Daniel Wanke, Lukas-Gemeinde