Wie die Weihnachtszeit zum #wärmewinter werden kann

Hände formen ein Herz
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Wann haben Sie zuletzt gewartet? Und auf was? Auf dem Weg zur Arbeit vielleicht darauf, dass die Ampel auf Grün schaltet? Auf einen wichtigen Anruf? Ich persönlich bin ein eher ungeduldiger Mensch, und Warten, das kann ich eigentlich gar nicht leiden. Ich mag es nicht, an der S-Bahn-Station im Nieselregen zu stehen und auf den Zug zu warten.

Aber da gibt es auch die andere Erfahrung: Die Erwartung, wenn ich mich auf etwas Schönes freue, auf den Urlaub etwa oder auf den Besuch von Freunden. Und als Kind war natürlich die Zeit vor Weihnachten voll ungeduldiger Erwartung auf das Christkind. Das Warten auf Weihnachten ist bei mir heute nicht mehr so ungeduldig. Aber was erwarte ich dann? Oder erwarte ich nichts mehr? Das wäre schade, denn die Erwartung hält die Tür offen in die Zukunft.

Das Evangelium des Ersten Advents erzählt die Geschichte von Jesu Einzug in Jerusalem. Ungeduldig warten die Menschen, wann er endlich kommt. Sie drängeln sich in den engen Gassen auf der Suche nach einem Platz mit guter Sicht. Einige haben Tücher und Kleidungsstücke auf den Weg gebreitet. Andere brechen Zweige von den Bäumen und streuen sie auf den Weg. Ein königlicher Empfang. Und als an der Straßenecke eine Bewegung zu sehen ist, bricht sich die Begeisterung Bahn in einem riesigen Jubel: „Hosianna dem Sohn Davids. Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn.“ Und dann erst sehen sie: Da kommt gar kein Held in strahlender Rüstung auf einem imposanten Pferd. Nein, Jesus reitet auf einem Esel, auf einem Lasttier. Er enttäuscht die Erwartungen der Menschen. Er ist anders, als sie sich das vorgestellt haben und gerade deswegen ihr Er-Löser.

Signet der Aktion #wärmewinter
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Auch unsere Erwartungen werden derzeit enttäuscht. Weihnachten 2022 wird anders sein, nochmal anders nach zwei Wintern mit Corona. Diesmal mit weniger Festbeleuchtung in den Straßen, mit weniger Glitzer. Vielleicht wird es aber auch besser sein als viele momentan befürchten: Die Wohnung wird doch warm sein und das Licht wird brennen. Und weil alles sowieso anders sein wird, liegt darin auch die Chance, anders in diese Zeit zu gehen: Die einsame Nachbarin einzuladen, die Türe aufzumachen für unerwartete Gäste, mehr aufeinander zu achten und füreinander da zu sein. Zu einem #wärmewinter haben Diakonie und die Evangelische Kirche in Deutschland aufgerufen und zielen dabei auf konkrete Wärmemöglichkeiten ebenso ab wie auf mehr Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe. Gern wollen wir das in unserer Gemeinde unterstützen: Geben Sie die Information weiter, dass unsere Kirche täglich von 9-17 Uhr geöffnet ist, manchmal zum Frühstück aber auch für Stille und Gebet oder zum Aufwärmen. Und wenn Sie Ihre Energiepauschale nicht für sich selbst benötigen, leiten wir Ihre Spende gerne an Bedürftige weiter.

Ute Baumann