Ausstellung Werkserie "Heads" von Clemens Lang

Serie "Heads"
Bildrechte privat

„Ich experimentiere gern mit allen möglichen Materialien“, erzählt der Fürther Künstler Clemens Lang, „aber Papier ist mir besonders wichtig, weil ich vom Zeichnen und von der Druckgrafik komme.“ 1986 hat er sich eine Druckpresse gekauft, mit der er noch heute arbeitet. Dabei versteht er sich nicht nur als Grafiker, sondern auch als Maler.

Es war ein langer Weg bis zu dieser Druckpresse und einem eigenen Atelier für den heute 72-Jährigen. Denn die Eltern fanden, Clemens solle beruflich „was Gescheites“ machen, am besten im öffentlichen Dienst bei der Stadt Nürnberg. „Ich habe von klein auf gezeichnet und gemalt, aber das hat leider niemanden interessiert.“ Clemens gibt dem Druck der Eltern nach, aber sein Herz schlägt weiter für die Kunst. 1974 nimmt er all seinen Mut zusammen und bewirbt sich bei der Nürnberger Kunstakademie, um dort zu erfahren, dass er für ein Studium „zu alt“ sei – mit 25 Jahren. Doch beirren lässt er sich nicht. Berufsbegleitend studiert er Malerei im damaligen „Kunstquartier Nürnberg“ bei Hans-Jörg Dürr und erarbeitet sich in den nächsten Jahren verschiedene Techniken. Er knüpft Kontakte und lernt andere Künstler-Innen kennen unter anderem auch den Maler Oskar Koller, in dessen Atelier er als Helfer arbeitet. „Oskar hat mich immer unterstützt. Ich habe durch die Arbeit in seinem Atelier viel gelernt. Vor allem der Gedankenaustausch mit ihm war sehr wichtig und hat uns freundschaftlich verbunden.“

Außerdem nimmt Clemens Lang sich vor, jedes Jahr mindestens eine Ausstellung zu zeigen. Dieses Ziel ist ihm wichtig, um am Ball zu bleiben in der künstlerischen Arbeit neben Beruf und Familie. „Ich bin dankbar für die Einsichten, die ich durch die Kunst gewonnen habe. Es hat sich rentiert, nicht finanziell, aber weil es wichtig ist die Suche nach der eigenen künstlerischen Handschrift und nach sich selbst nicht aufzugeben.“

Heute steht er an einem Punkt, an dem die Reduktion auf das Wesentliche besondere Bedeutung für ihn hat. Auch an der Serie „Heads“ lässt sich das beobachten: So wenig Farbe wie möglich, nur schwarze Tusche auf der Leinwand. „Mir ging es um den Ausdruck dieser Gesichter“, erklärt Lang zu den großformatigen Bildern, die 2015 entstanden sind und die nun in der Heilig-Geist-Kirche zu sehen sind.

Ist jeder Mensch ein Künstler, wie Josef Beuys einmal gesagt hat? Clemens Lang findet: „Jeder Mensch hat ein Talent in sich, und es lohnt sich, dieses Talent zu entwickeln. Da geht es nicht um Erfolg, Geld, Anerkennung und Applaus, sondern darum sich selbst zu finden. Das mutig durchzuziehen, auch gegen äußere Widerstände, befreit und stärkt.“

Ute Baumann

Ausstellung „Heads“
13.3.-15.04.2022 zu sehen während der Öffnungszeiten des Pfarramts und am Sonntagvormittag; Vernissage am 13.03. um 10:30 Uhr
Lesung „Meinen Hass bekommt ihr nicht“ mit Texten gelesen von Pfrin. Eva Siemoneit-Wanke, Pfr. Norbert Ehrensperger, Ute und Joachim Baumann am 03.04. um 18 Uhr ; Musik: Sigrid Erbe-Sporer (Orgel) und Wolfgang Kohlert (Saxophon)